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Im Staatsarchiv Wolfenbüttel erzählt eine Akte von 1837/38 mit Briefen, Eingaben und Verfügungen des Amtes Riddagshausen von einem heftigen Streit zwischen der Gemeinde Schulenrode und dem Veltheimer Gut. Es ging dabei um die uneingeschränkte Nutzung eines Weges.

Was war da los?

Noch im 19. Jahrhundert waren viele Verbindungswege zwischen den Ortschaften als „communicationswege“ teils unbefestigt für Personen begehbar, sie konnten aber witterungsabhängig häufig schlecht befahren werden. Zudem führten sie auch über private Besitze und durften nur mit Duldung der Eigentümer genutzt werden.

Auslöser des Streits könnte sein, dass im Herbst 1837 schwere Holzfuhrwerke, die aus der Ohe kommend einen solchen Weg nutzten, der von Veltheim über den Wrakelberg bei Schulenrode zur „Magdeburger Chaussee“ (heute B1) führte, diesen Weg in der Feldmark Schulenrodes sehr in Mitleidenschaft gezogen hatten.

Da Schulenröder Eigentum geschädigt war, sah sich der damalige Ortsvorsteher Haberland gezwungen einzuschreiten und pfändete kurzerhand Fuhrwerke aus der Ohe, die mit Bauholz für Braunschweig beladen waren!

Die Veltheimer forderten daraufhin „polizeilichen Schutz“, um jede „eigenmächtige Störung in der Benutzung des Weges durch die Gemeinde Schulenrode“ zu unterbinden.

Dem wurde entsprochen, denn im Februar 1838 galt in einem Schreiben an das herzogliche Amt der „verbindlichste“ Dank dafür gesorgt zu haben, dass der Weg auch für Holzfuhrwerke genutzt werden durfte – wenn möglich bei günstigen Wetterbedingungen.

Im April des gleichen Jahres zeigte der Veltheimer Förster Schmidt an, dass ihm die Schulenröder am „17. des Monats die Fuhren mit Klafterholz – nach Braunschweig bestimmt – gänzlich verweigerten“!

Das Amt Riddagshausen reagierte prompt und verwies sehr energisch darauf, seine Verfügung, dass die Holzabfuhr nicht zu behindern sei, einzuhalten. Den Schulenrödern blieb wenig Spielraum und sie erhoben daraufhin keine weiteren Einwände – Akte zu!

Text: Horst Klatte; Bildmaterial: Holzbodenhandel Schweiz