Zur Geschichte des alten Landes Braunschweig
"In den Herzen der Braunschweiger möge das alte Land Braunschweig fortleben." Mit diesem Wunsch verabschiedete der letzte Landtag 1946 das alte gewachsene Land Braunschweig. Fast über 800 Jahre Selbständigkeit gehörten nun formal der Vergangenheit an und wurden im "neuen" Niedersachsen mit den Ländern Hannover, Oldenburg und Schaumburg-Lippe zusammengefasst.
Heinrich der Löwe
Nachhaltig beeindruckt der alte Staat Braunschweig durch die Konstanz seines Staatsgebietes, vor allem aber durch seine außergewöhnlich lange Existenzdauer: Bereits ab etwa 1180 spricht man von einer Vorform des braunschweigischen Staates. Heinrich der Löwe wirkte als Herrscher mit großem Tatendrang. Die Burg Dankwarderode, der Dom St. Blasii und der Burglöwe als Wahrzeichen bilden bis heute den Mittelpunkt der Stadt Braunschweig. Nach seinem politischen Konkurs blieben Heinrich dem Löwen lediglich die Hausgüter zwischen Harz und Heide. Das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg wurde schließlich von Kaiser Friedrich II. dem Enkel des Löwen übergeben. Der spätere Staat Braunschweig stand in direkter Traditionslinie dieses Herzogtums.
Konstantes Staatsgebiet
Braunschweigs Staatsgebiet war über die letzten zweieinhalb Jahrhunderte hinweg bis 1934 im Vergleich zu anderen Ländern bemerkenswert konstant geblieben. Erst infolge Hitlers verhängnisvoller Diktatur und der anschließenden Teilung Deutschlands fiel unter einigen anderen Kreisen und Dörfern auch ein Großteil des Kreises Blankenburg weg.
Das Schicksal der Landeskinder
Die über Jahrhunderte andauernde Geschichte des alten Landes Braunschweig hatte schließlich seine Bewohner politisch, kulturell und emotional geprägt, denn das "Land" bildete zu jener Zeit die politische Entscheidungsinstanz für die dort ansässigen Menschen. Innerhalb seiner Gesetzmäßigkeiten bewegten und entwickelten sie sich. Das selbständige Land entschied über das Schicksal seiner Landeskinder, über Religionszugehörigkeit und Bildungschancen, und es besaß bis 1867 die Vollmacht über Militär und Wehrpflicht. So bluteten Braunschweigs Soldaten auf Grund der engen Verbindung mit Preußen im siebenjährigen Krieg und auch von 1776 bis 1782 in Nordamerika, vermietet zur Sanierung der Staatskasse. Unter dem "Schwarzen Herzog" zogen sie auf die Schlachtfelder von Quatre Bras und Waterloo.




